• Allgemein
  • Partner
  • Projekt
  • Prozess
  • Publik
  • Impressum
  • Geothermieanlage Bad Blumau

    Geländeschnitt Geothermie, Bad Blumau

    Geländeschnitt Geothermie, Bad Blumau

     

     

     

     

    Geothermieanlage, Bad Blumau

    Geothermieanlage, Bad Blumau 

    Die Geothermieanlage in Bad Blumau ist das erste aus privater Hand entwickelte Geothermieprojekt in Österreich. Das Projekt hat seinen Ursprung in den 1970er Jahren, als die Rohöl-Aufsuchungs-AG (RAG) erstmals an dieser Stelle nach Erdöl bohrte. In 2.843 Metern Tiefe stießen sie jedoch nicht auf Rohöl, sondern auf heißes Wasser. Daraufhin wurde das Bohrloch mit beträchtlichem Aufwand wieder verschlossen.

    Erst als sich die Gemeinde Blumau einige Jahre später an den Bauunternehmer Robert Rogner sen. wandte und die Quelle neu geprüft wurde, erkannte man die Qualität des Wassers.

    Rogner begann seine Karierre als Vorarbeiter, wurde bald Polier und leitete schon nach zwei Jahren seine eigenen Baustellen. Nachdem er sich 1966 selbstständig gemacht hatte, wurde er durch die Errichtung moderner Appartmentanlagen und später durch seine Feriendörfer bekannt.

    Mit Rogner begann 1993 der Bau einer Thermen- und Hotelanlage, nachdem mit Zustimmung der steirischen Landesregierung die Quelle wieder geöffnet worden war. Die Thermen- und Hotelanlage wurde 1997 fertig gestellt.

    Drei Jahre später wurde östlich des Ortes Bad Blumau, eine Geothermieanlage errichtet. Die Anlage nutzt das 107°C heiße “Vulkania-Wasser”, das mit einem Eigendruck von 3,3 bar aus der 2.843 m tiefen Bohrung 2 (siehe Karte, nächste Seite) an die Oberfläche gelangt und wandelt es in Strom und Wärme um. Der Strom wird für den Betrieb der Geothermieanlage verwendet, während das heiße Wasser zur Beheizung der gesamten Thermenanlage genutzt wird. Das System ist ein geschlossener Kreislauf, in dem das Wasser an Bohrung 1 mit einer Restwärme von ca. 50°C wieder vollständig verpresst wird. Im “Vulkania-Pool” der Thermenanlage wird das Wasser direkt zum Baden verwendet. Alle anderen Pools werden aus einer separaten Quelle (Bohrung 3 mit einer Tiefe von 970 m) mit mineralreichem Wasser gespeist. Aufgrund seines natürlichen CO2-Gehalts steigt das Tiefenwasser an Bohrung 2 selbständig auf. Das im Wasser enthaltene CO2 wird dabei entsprechend der Umweltauflagen aufgefangen, in Gastanks gelagert und an die Getränkeindustrie (z.B. Red Bull) weiterverkauft. Mit dem Bau der Thermenanlage wurde der Ort in “Bad Blumau” umbenannt, was zugleich der Startschuss für eine touristische Entwicklung dieser Region darstellte

    Kategorien Prozess, Vor Ort — Dezember 11, 2014 at 2:13 pm

    Gemeinsam Handeln – Bioenergie, Kreislauf Mureck

    Bioenergie-Kreislauf Mureck

    Bioenergie-Kreislauf Mureck

     

    Bioenergie-Kreislauf Mureck

    Der Bioenergiekreislauf Mureck ist ein ganzheitliches Energiekonzept. Die regionale Versorgung Strom, Wärme und Treibstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wird dabei gebündelt und aus einer Hand angeboten. Der Bioenergie-Kreislauf Mureck ist ein Zusammenschluss von vier Unternehmen, deren Ziel ist, Mureck zu 100% mit nachhaltiger Energie zu versorgen.

    Bereits ab 1985 wurde das Konzept von August Jost, Ferdinand Potzinger und Karl Totter entwickelt und 1989 mit der SEEG eine regionale Biodiesel-Genossenschaft gegründet, der heute ca. 570 Landwirte, Gemeinden, Betriebe und Abfallwirtschaftsverbände angehören.

    SEEG reg.Gen.m.b.H.

    Mit der Gründung der Südsteirische Energie- und Eiweißerzeugungsgenossenschaft (SEEG) im Jahr 1989, entstand der erste Betrieb des heutigen Energiekreislaufes und produziert Biodiesel aus Raps, Altspeiseöl und Tierfett.

    Etwa 10% der Biodieselerzeugung wird aus derzeit Raps gewonnen. Die Landwirte und Genossenschafter liefern dafür den Rohstoff und erhalten einen Anteil des Biodiesels für den Eigenbedarf, sowie Rapskuchen als Eiweißfuttermittel zurück.

    Der weit größere Anteil von 90 % der Biodieselproduktion basiert auf Altspeiseöl. Hier hatte die SEEG lange Zeit eine weltweite Vorreiterrolle. Gastronomiebetriebe und Gemeinden sammeln Altspeiseöl, liefern dieses an die SEEG. Nach der Verarbeitung bekommen sie einen Anteil für den Betrieb ihrer Fahrzeuge zurück.

    NAHWÄRME Ges.m.b.H.

    Im Jahr 1998 wurde die Nahwärme Mureck gegründet. Sie betreibt ein Biomasse-Heizwerk, das aktuell rund 200 Objekte mit einer Anschlussleistung von  7 MW über ein Wärmenetz von 12,5 km Länge versorgt. Das sind ca. 85% des Gesamtwärmeenergiebedarfs der Gemeinde Mureck.

    ÖKOSTROM MURECK Ges.m.b.H.

    Einen weiteren Schritt in Richtung Energieversorgung aus 100 % erneuerbaren Quellen war die Inbetriebnahme der Biogasanlage im Jahr 2005. Betreiber der Anlage ist die Ökostrom Mureck GmbH, an der die Nahwärme Mureck GmbH sowie 7 Landwirte beteiligt sind. Als Rohstoff werden Wirtschaftsdünger (Rindergülle, Schweinegülle) und nachwachsende Rohstoffe (aktuell hauptsächlich Mais) aus der Region sowie Nebenprodukte aus der Biodieselerzeugung der Firma SEEG verwendet. Die erzeugte elektrische Energie mit einer Leistung von 1000 KW wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist, die Wärmeenergie (1165 KW) in das eigene Nahwärmenetz.

    SEBA MURECK GmbH

    Im Oktober 2012 wurde das Klimaschutz-Energiegewächshaus als vorerst letzter Baustein der SonnenEnergieBürgerInnenAnlage (SEBA) Mureck eröffnet.

    Die 2010 gegründete GmbH baut auf einem Beteiligungsmodell auf, sodass insgesamt 380 private Anteilseigner aus der Region zur Finanzierung der Anlage beitragen. Die SEBA besteht aus drei Ausbaustufen. Bei der ersten Ausbaustufe handelt es sich um eine Freiflächenanlage mit einer Leistung von 1.050 KWp. In der zweiten Stufe entstand das Klimaschutz-Energiegewächshaus mit einer dachintegrierten Photovoltaikanlage und 950 KWp. Die dritte Ausbaustufe, die eine 500KWp – Anlage auf einem Hallendach vorsieht, ist in Planung.

    Kategorien Akteure, Prozess — Dezember 11, 2014 at 2:03 pm

    Manifestieren – Solarstrasse Gleisdorf

     

    Gleisdorf, Solarsiedlung

    Gleisdorf, Solarsiedlung

    Niedrigenergiesiedlung Sundays

    Die Siedlung wurde im Zuge des Forschungsprojekts EU-Thermie in Zusammenarbeit der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie, dem Architekturbüro Reinberg und dem Fertighausunternehmen HOLZ-BAU-Weiz errichtet. Ziel war es eine Reihenhaussiedlung umzusetzen, die dem Niedrigenergiehausstandard entspricht und energetisch zum größten Teil durch erneuerbare Energieträger versorgt wird.

    6 Reihenhäuser und eine Büroeinheit mit einem Heizenergieverbrauch von 20 kWh/m2a bzw. 33 kWh/m2a (Bürogebäude) wurden errichtet. Die niedrigen Werte werden durch eine speziell für das Projekt entwickelte Wandkonstruktion mit besonders hohem Wärmedämmstandard erreicht. Der Warmwasser- und Raumwärmebedarf wird zu 60 % mithilfe der 213 m2 der thermischen Kollektoren gedeckt, den Rest stellt ein Biomasse- Pelletskessel bereit.

    Hervorzuheben ist die neue Nutzung der gegebenen Technik. So wird eine Kollektorfläche, die normalerweise mit Langzeitspeichern verwendet wird mit einem Kurzzeitspeicher kombiniert, wodurch sehr hohe solare Deckungsgrade erzielt werden können. Weiters tragen das Lüftungskonzept und die passive Solarenergienutzung zu einer guten Energiebilanz bei.

     

    Gleisdorf, Servicecenter

    Gleisdorf, Servicecenter

    Servicecenter Gleisdorf

    Die gesamte Kollektorfläche des Service Center beträgt 302 m2, davon befinden sich 134 m2 auf dem Flachdach (im Zeitraum Oktober 2008 bis August 2009 betrug der solare Gewinn 400 kWh/m²) sowie 168 m2 auf den Solarbäumen am Parkplatz dahinter.

     

    Gleisdorf, Solarbaum

    Gleisdorf, Solarbaum

    Straße der Solarenergie Gleisdorf

    Die Straße der Solarenergie, bietet die Möglichkeit auf einer Strecke von ca. 3.500 m die von der Gleisdorfer Innenstadt bis in die Peripherie führt, Sonnenenergie zu erleben und zu besichtigen.

    Entlang der Strecke befinden sich 80 Solarobjekte wie der Solarbaum, die technische Sonnenuhr, Solarwegweiser, Solarklavier, Solarstelen, Solarinfoterminal, Solarschaukästen, Solarbrunnen, die Möglichkeiten zeigen Solarenergie zu nutzen.

    Einen Teil dieser Straße bildet der im Jahr 1998 umgesetzte „Energy Tree“ nach der Idee des Künstlers Hartmut Skerbisch. Das Gleisdorfer Wahrzeichen besteht aus fünf „Ästen“, die je fünf Blätter mit einer Fläche von 12 m2 tragen. Auf den Blättern befinden sich insgesamt 140 Photovoltaikmodule mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 7 kWp. Pro Jahr und Blatt können 6650 kWh/a Strom erzeugt werden. Die Installation kann so 70 Straßenleuchten der Stadt Gleisdorf mit Strom versorgen.

     

    Gleisdorf, Multifunktionale Lärmschutzwand A2

    Gleisdorf, Multifunktionale Lärmschutzwand A2

     

    Photovoltaikanlage an der Autobahn

    Im Jahr 2002 wurde Entlang der A2 im Bereich Gleisdorf eine Lärmschutzwand mit integrierter Photovoltaikanlage errichtet. Erstmals wurde auch der Solargenerator vollständig in die Wand integriert, wodurch die Anlage als aktives Lärmschutzelement funktioniert. Die Wand ist 1,3 km lang und beinhaltet 1290 m2 Photovoltaikmodule, die in 1,3 m Höhe und einer Neigung von 60° nach Süden hin ausgerichtet sind. Spitzenleistungen von 101 kWp können erzielt werden.

     

    Kategorien Akteure, Prozess — Dezember 11, 2014 at 1:52 pm

    UNTERNEHMEN – Johannes Hauptmann

    hauptmann-2

    Bad Blumau, Biogasanlage Hauptmann

     

    Energiewirt und Dienstleister

    Der Landwirtschaftsbetrieb von Johannes Hauptmann lebte bis Ende der 1990er Jahre unter anderem von Rindern und Schweinen. 2001 wurde das letzte Schwein geschlachtet. Eine wirtschaftliche Weiterführung der Viehwirtschaft schien auf dem Hof Mitten im Kurort Bad Blumau unmöglich geworden.

    Die Hauptmanns suchten nach neuen wirtschaftlichen Perspektiven und begannen mit der Planung einer Biogasanlage. Als kurz darauf das erste Ökostromgesetz in Kraft trat boten sich diese Möglichkeiten: erhöhte Einspeisetarife über einen Zeitraum von mindestens 13 Jahren. Johannes Hauptmann investierte mehr als 2.000.000 Euro und nahm die Biogasanlage im Sommer 2005 in Betrieb.

    Zwei Stahlbetonfermenter mit einem Durchmesser von je 23 m und einem Volumen von 2500 m3, sowie das Substratendlager dominieren die Anlage neben dem Fahrsilo und den Betriebsgebäuden mit Büro, Werkstatt, Blockheizkraftwerk mit 500 KWel und ca. 650 KWth und 500 m3 Gaszwischenspeicher unter dem Dach. Mit etwa einer halben Stunde Arbeitsaufwand muss einmal täglich, jeweils zur gleichen Zeit, Maissilage in die Fermenter eingebracht werden. Mittlerweile wird jedoch neben Mais auch mit Zwischenfrüchten wie Hirse, Grünschnitt aus dem gesamten Gemeindegebiet und Wirtschaftsdünger gearbeitet.

    Ein Großteil der Rohstoffe werden auf eigenen Ackerflächen angebaut – von den benötigten 190 ha sind 160 ha eigene Flächen. Die Substratausbringung erfolgt auf ca. 250 ha.

    Da im Blockheizkraftwerk der Biogasanlage neben elektrischer Energie auch

    Wärmeenergie in mindestens der gleichen Höhe entsteht, hat Johannes Hauptmann kontinuierlich ein Wärmenetz ausgebaut, welches aktuell mehr als 1 km lang ist. Neben Wohnhäusern sind vor allem öffentliche Gebäude und Anlagen, wie Feuerwehr und Volksschule, angeschlossen.

    Um die konstant anfallende Wärmeenergie auch im Sommerhalbjahr, insbesondere jedoch im Spätsommer und Herbst, nutzen zu können, betreibt Johannes Hauptmann seit 2011 zusätzlich eine Trocknungsanlage für Feldfrüchte. Während drei bis vier Monaten im Jahr, zwischen Juli und November, wird rund um die Uhr, Mais, Sonnenblumen- oder Kürbiskerne in Lohnarbeit getrocknet.

    Direkt neben der Trocknungsanlage entstand gleichzeitig eine Halle, in der Feldfrüchte saisonal zwischengelagert und gegebenenfalls verpackt werden. Im Winter und Frühjahr dient die Halle als Unterstellplatz für zahlreiche Landmaschinen wie Mähdrescher oder Mais-Harvester. Johannes Hauptmann baut den Maschinenpark kontinuierlich aus, um mit seinen Mitarbeitern immer mehr landwirtschaftliche Dienstleistungen in Lohnarbeit anbieten zu können. Längst ist der Betrieb zu einem Dienstleistungsunternehmen geworden, bei dem von der Aussaat über das Dreschen, Häckseln, Trocknen und Pflügen alles bestellt werden kann.

    Im Werkstattbereich der Biogasanlage war mittlerweile ein Fahrzeug-Reparatur-Unternehmen entstanden. Die Werkstatt-Infrastruktur war ohnehin vorhanden und der Betrieb der Biogasanlage ließ personelle Freiräume, um eine Werkstatt zu betreiben. Längst sind Reparatur-Dienst und Autohandel zu groß geworden für den Betrieb auf einer Biogasanlage und suchen nach einem anderen Standort.

    Kategorien Akteure, Prozess — Dezember 11, 2014 at 1:41 pm

    EXPERIMENTIEREN – Josefa und Walter Promitzer

    promitzer

    Zöbing, Biohof Promitzer

     

    Energiepioniere und Biobauern

    Seit Beginn der 1980er Jahre bewirtschaften Josefa und Walter Promitzer ihren Landwirtschaftsbetrieb in Zöbing organisch-biologisch. Vor 30 Jahren gehörten sie damit zu einer Gruppe von nicht mehr als 300 Landwirten in ganz Österreich.  Sie waren Pioniere, die sich dem ökologischen Landbau verschrieben haben, lange bevor es überhaupt Förderungen dafür gab.

    Zur gleichen Zeit, 1982, war Walter Promitzer bereits einer der Organisatoren der ersten Selbstbaugruppen für Solaranlagen.  „Damals hat es in der Steiermark nur eine Firma gegeben, die solche Kollektoren gebaut und vertrieben hat. Das Unternehmen hat uns gesagt, dass wenn man so etwas auf das Hausdach montiert, es sich nie rechnen würde“, resümiert Promitzer. Also haben er und seine Mitstreiter, die später die Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie (AEE) gründen sollten, selber mit der handwerklichen Herstellung von thermischen Sonnenkollektoren begonnen. Heute sind der Dachverband AEE und das Forschungsinstitut AEE-INTEC längst anerkannte Größen im Bereich der solaren Energiegewinnung, aus denen mehrere erfolgreiche firmen hervorgegangen sind.

    Josefa und Walter Promitzer sind immer noch Landwirte. Vor ihrem Hof, auf einer Restfläche zur Straße hin, wächst heute Energieholz im Kurzumtrieb. Es reicht, um das Wohnhaus per Hackschnitzelheizung im Winter mit Wärme zu versorgen. Für Warmwasser sorgen Solarthermiekollektoren auf dem Dach. Gegenüber auf dem Scheunendach liefern Photovoltaik-Paneele jährlich 16.000 kWh elektrischer Energie – doppelt so viel, wie der Hof selber braucht. Dafür hat Walter Promitzer vor Jahren ein gebrauchtes Elektroauto erstanden. Bei etwas Sonnenschein und Energieeintrag kann das Auto Solarstrom tanken und so bis zu 100 km weit elektrisch fahren.

    Als es darum ging für ihre Tochter ein Haus zu bauen, entschied sich die Familie für Stroh vom eigenen Feld als Baustoff. So bestehen die Außenwände des Wohnhauses aus verputzten Strohballen, aus denen die Wandöffnungen ausgeschnitten wurden. Das Baumaterial wurde vor Ort gewonnen und ist nachwachsend. Und wenn das Haus einmal abgebrochen werden sollte, können große Teile einfach kompostiert werden.

    Walter Promitzer ist gewiss einer, der nicht lange zögert: „Man kann so viele Dinge heute schon verändern. Die Technologien sind längst da und sie funktionieren. Nur in unserer Wirtschaft muss man immer gerade noch an etwas forschen, Dinge untersuchen und dann ein wenig warten was noch alles kommt. Ich bin überzeugt, dass wir es schon heute schaffen können, dass jeder Mensch auf der Erde so leben kann, wie wir. Auch in Zukunft.“

    Kategorien Akteure, Prozess — Dezember 11, 2014 at 1:35 pm

    Akteure und Netzwerke

    Die Landschaften der Oststeiermark sind mitunter sehr kleinteilig und unterscheiden sich regional deutlich – zwischen Bergregionen über Wechsel und Joglland zum sanft hügeligen Safental. Die räumlichen Beziehungen und strukturellen Abhängigkeiten sind vielschichtig. Und auch die Städte der Region, von denen keine mehr als zehntausend Einwohner hat, sind verhältnismäßig klein und unterliegen doch, jede für sich, ganz unterschiedlichen historischen, wirtschaftlichen und strukturellen Voraussetzungen.

    In einem solchen Umfeld entstehen vielfältige Potentiale, überschaubare Freiräume und wirtschaftliche Nischen für einzelne Akteure. Sie können hier ungewohnte Möglichkeitsräume besetzen und ganze Landschaften nachhaltig prägen.

    Heute steht die Oststeiermark (gemeinsam mit der Südoststeiermark) im Ruf, ein Ort zu sein mit besonders vielen, mitunter eigensinnigen und skurrilen, aber durchaus erfolgreichen Akteure.

    So schlossen sich bereits Ende der 1970er Jahre Landwirte, Handwerker und Techniker zusammen und gründeten die ersten Selbstbaugruppen für Solarthermie-Kollektoren. Aus Mangel an einem überzeugenden wirtschaftlichen Angebot entschieden sich die Akteure damals kurzerhand selbst Anlagen zur Nutzung von Solarenergie in Handarbeit herzustellen. Aus diesen Selbstbaugruppen ging später die Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energien (AEE) hervor und mit ihr das heute international anerkannte Institut für Nachhaltige Technologien, AEE-INTEC in Gleisdorf.

    Gleichzeitig entstanden in mehreren Ortschaften Vereine, die sich der Erprobung neuer Wirtschaftsmodelle und Lebensformen verschrieben haben, wie etwa der Verein Erde in Markt Hartmannsdorf.

    Und dann gibt es erfolgreiche Unternehmer, die es insbesondere in der vergangenen Dekade geschafft haben, sich mit ökologisch und sozial nachhaltigen Unternehmensprofilen am Markt zu etablieren oder gar neue Märkte zu schaffen. Wie Josef Zotter. Der Koch und Konditor gründete 1999 die Zotter Schokoladen Manufaktur, die heute ausschließlich mit fair gehandelten Rohstoffen aus biologischer Landwirtschaft produziert. Das hat natürlich seinen Preis und den sind immer mehr Menschen weltweit bereit zu bezahlen. Mittlerweile erwirtschaftet er mehr als die Hälfte seines Umsatzes im weltweiten Ausland. Oder auch Robert Rogner mit dem Rogner Bad Blumau. Das Profil der Spa-Therme wurde gezielt zu einem ganzheitlichen, regionalen und ökologisch nachhaltigen Ansatz hin entwickelt. Heute sind sie Aushängeschild der Region und, soweit ersichtlich, wirtschaftlich überaus erfolgreich.

    Kaum einer dieser Akteure erschien plötzlich auf dem Feld und trat in Aktion. Es sind vielmehr die Personen vor Ort, die von Konzepten und Ideen bewegt werden und diese verwirklichen wollen. Manche haben den Status Quo sorgfältig, oft in Erfahrung ihres jahrelangen Arbeitsalltags, vermessen und Mängel und Potentiale entdeckt, die ihnen zunehmend auf der Seele brennen. Oder sie tragen eine vage Vorstellung mit sich, die hier in der Region auf die Landschaft, Netzwerke und Freiräume trifft, die eine Verwirklichung möglich scheinen lassen.

    Die Bevölkerung vor Ort, lokale Politiker und Wirtschaftsfunktionäre wünschen sich erfolgreiche Akteure, die der Region Zukunftsperspektiven eröffnen, Arbeitsplätze, Geld und idealer Weise auch ein positives Image bescheren. Dabei starten die meisten von ihnen selbst ohne genau zu wissen, wie ihr Ziel aussieht. Sie versuchen und probieren. Sie sind nicht selten Pioniere, die neugierig Grenzen überschreiten und mitunter naiv neue Wege gehen und schon deshalb nicht auf die Unterstützung setzen können, die denen zuteil wird, die ihnen folgen. Wer in den 1970er Jahren biologischen Landbau betrieb oder Solarkollektoren nutzte, konnte nicht auf zusätzliche Förderung, oder bessere Marktchancen hoffen. Oft genug stoßen solche Pioniere sogar auf Misstrauen oder offene Ablehnung, sobald sie tradierte Strukturen verlassen wollen. Dabei gehen sie teilweise enorme Risiken ein und stehen unter hohem Erfolgsdruck. Wenn ihr Handeln dann den wirtschaftlichen und politischen Erfolg in den Mittelpunkt rückt, ist das nur folgerichtig. Die Interessen von Nachbarn oder der Region werden nebensächlich. Und immer mehr verschwimmt das idealisierte Bild von eigenwilligen Akteuren, die sich für ihre Region stark machen, in alltäglichen Auseinandersetzungen und lokalen Konflikten.

    Viele Akteure handeln aus ganz unterschiedlichen Motiven. Da gibt es die Experimentierer, die Tüftler und Bastler. Scheinbar spielerisch und neugierig suchen sie nach neuen Wegen, jedoch immer aus Überzeugung und nicht selten unter hohem Einsatz.

    Da gibt es aber auch Unternehmer, allen voran Landwirte, die auf der Suche nach neuen Wegen in die Zukunft, ihr Geschäftsmodell neu erfinden und zu wichtigen Akteuren werden.

    In vielen Gemeinden, insbesondere in den Städten der Region, sitzen Entscheidungsträger, die die politische und gesellschaftliche Zugkraft von Themen rund um erneuerbare Energien erkannt haben. Der Einsatz erneuerbarer Energien und auch nachhaltige Lebensweise werden hier zum kommunalen Entwicklungswerkzeug und zur Projektionsfläche für eine neue städtische oder regionale Identität.

    Doch neben diesen öffentlichkeitswirksamen Akteuren existieren, teilweise schon seit vielen Jahrzehnten, Initiativen wie Genossenschaften oder gemeinnützige Gesellschaften, die aktiv alternative Handlungsmöglichkeiten aufzeigen können. Sie wirtschaften mit wesentlich langfristigeren Zeithorizonten und sind in erster Linie dem Nutzen der Gemeinschaft verpflichtet. Wie zum Beispiel die Maschinenringe. Auf Vereinsbasis sind regional mehr als die Hälfte der Landwirtschaftsbetriebe in ihnen zusammengeschlossen. Je nach Bedarf können ihnen vom Maschinenring Land- und Forstmaschinen, aber auch Personal oder Dienstleistungen zur Verfügung gestellt werden. Zunehmend entstehen im Rahmen der Maschinenringe aber auch selbstorganisierte Orte und Plattformen, um landwirtschaftliche Produkte oder Dienstleistungen innerhalb der Gemeinschaft oder nach außen hin anzubieten – mit wachsendem Erfolg.

    Für die Zukunft der Landschaft sind immer neue Akteure notwendig, die Grenzen überschreiten und gewohnten Prozessen eine neue Richtung geben. Im Folgenden soll anhand einzelner Akteure und ihrer Praktiken, die oststeirische Akteurslandschaft kurz vorgestellten werden.

    EXPERIMENTIEREN – ein besseres Leben leben

    UNTERNEHMEN – neue Geschäftsmodelle versuchen

    MANIFESTIEREN – mit Nachhaltigkeit Identität stiften

    GEMEINSAM HANDELN – Risiken teilen und langfristig handeln

    Kategorien Akteure, Prozess — Dezember 11, 2014 at 1:24 pm

    POTENZIAL DER OSTSTEIERMARK

     

    Mapping: Kleinwasserkraft

    Mapping: Kleinwasserkraft

    Mapping: Abfall

    Mapping: Abfall

    Mapping: Ein- und Auspendler

    Mapping: Ein- und Auspendler

    Mapping: Biomasse

    Mapping: Biomasse

    Mapping: Effizienz Projekte

    Mapping: Effizienz Projekte

    Mapping: Bevölkerungsentwicklung

    Mapping: Bevölkerung

     

    Mapping: Mobilität

    Mapping: Mobilität

    Mapping: Bodennutzung

    Mapping: Bodennutzung

    Mapping: Biogasanlagen

    Mapping: Biogasanlagen

     

     

     

     

     

     

     

     

    Mappings zu regionalen Studien erneuerbarer Energieversorgung in der Oststeiermark

     

    Allgemeiner Überblick zur Energieregion Oststeiermark
    Die Region Oststeiermark besteht aus drei politischen Bezirken Weiz, Hartberg und Fürstenfeld.
    Mit einer Fläche von 2291 km2 und ca. 178.000 Einwohnern in 118 Gemeinden liegt sie am Fuße
    der Ostalpen.
    Die einzigen Gemeinden mit mehr als 500 Einwohnern sind Weiz mit 8930, Hartberg mit 6540,
    Fürstenfeld mit 5980 und Gleisdorf mit 5770 Einwohnern. Mehr als ein Drittel der Gemeinden in
    der Region haben weniger als 1000 Einwohner.
    Die Hälfte der Region kann von Graz aus mit dem Auto in ca. 30 Minuten erreicht werden. Diese
    gute Erreichbarkeit, die besonders durch die Süd-Autobahn A2 von Graz nach Wien gegeben ist,
    fördert das weitere Wachstum und die zerstreute Siedlungsstruktur in der Region.
    Die Landschaft im Alpinen Hügelvorland ist hügelig und wird durch Flusstäler mit fruchtbarem
    Boden unterteilt. Bergkämme und Flussebenen sind oft von kleinen Wäldern bedeckt. Da mehr als
    die Hälfte des Gebietes von Wäldern bedeckt ist, ist die Landschaft in der Region sehr zerstreut.
    Die Windgeschwindigkeiten sind verhältnismäßig niedrig und die Windrichtungen variieren.
    Ein Hauptenergiepotential im Südosten der Region, rund um die Gemeinden Bad Waltersdorf, Bad
    Blumau und Fürstenfeld, ist die Geothermie. In Tiefen von weniger als 1000 m kann bis zu 60°C
    heißes Wasser gefördert werden. In 300 m Tiefe hat das Wasser bis zu 110°C. Speziell Wasser
    mit einer Temperatur von 100°C würde eine wirtschaftliche Stromproduktion durch ORC möglich
    machen. Da es, auch rechtlich, notwendig ist das geförderte geothermische Wasser wieder in die
    entsprechenden Bodenschicht zurückzuführen, wurden bis heute keine großangelegten
    Geothermieanlagen (ausgenommen die Anlagen in Bad Blumau) verwirklicht.

     

     

    Kategorien Oststeiermark — März 6, 2013 at 12:11 pm

    Präsentation und Ausstellung studentischer Projektideen

    Im Winter 2011/12 beschäftigten sich die Studierenden des Instituts für Architektur und Landschaft der TU Graz mit Energieanlagen und erarbeiteten Entwürfe und Micro-Szenarien für Bad Blumau. Ziel war es, die Energiegewinnung als Teil der alltäglichen Praxis zu entwickeln. Dabei ging es nicht um den Entwurf von „Kraftwerken“. Vielmehr soll unsere Lebensumwelt wie selbstverständlich und nebenbei Energie produzieren.
    Die ersten studentischen Entwürfe solcher hybriden Systeme möchten wir zur Diskussion stellen und laden zu Präsentation und Ausstellung ein.

    Kurze Präsentation der Arbeiten:
    Mittwoch 07.03.2012, 18.00 Uhr im Gemeinderatssaal Bad Blumau
    Ausstellung der Entwürfe:
    08.03. – 14.03.2012 im Gemeindeamt Blumau

    Präsentation in Blumau 07.03.2012

            

    Kategorien Prozess, Veranstaltungen, Vor Ort — Februar 27, 2012 at 10:35 pm

    24.03.2011 Exkursion und Workshop

    Folgende Stationen wurden besucht und vorgestellt:

    KWB Biomasseheizungen, St. Margarethen/ Raab
    ZUERST (Zukunftorientiertes Energie- und Rohstoffzentrum), St. Margarethen
    Kurzumtriebs-Testflächen, Hofstätten/ Raab
    Biobauer, Energiewirt und Strohhausbesitzer Walter Promitzer, Zöbing
    Biogasanlage Hauptmann, Bad Blumau
    Geothermieanlage Rogner, Bad Blumau

            

      

    Kategorien Prozess, Vor Ort — Dezember 21, 2011 at 12:12 am

    Vom Feld zum Produkt

    Synergien

    … detailierte Inhalte aus “CASE 6 – cultivating synergies” folgen.

    Kategorien Kultivierung — November 22, 2011 at 10:58 pm

    Older Posts »