Integrale Energielandschaft
Die Wende hin zu nachhaltigen Energieformen bedeutet eine deutliche Dezentralisierung der Energiegewinnung und eine wesentlich stärkere Vernetzung und Verschaltung. Wenn in Zukunft jedermann Energie erzeugt, wird die Energiegewinnung sehr individuell erfolgen aber auf das Zusammenspiel der Akteure angewiesen sein. Die Technologien, seien es die Solarenergieanlagen über dem Parkplatz, das Biogas aus den Speiseresten oder Piezo-elektrische Energie aus Schwingungen, sind lange bekannt und jede für sich schon weit verbreitet. Auch Mobilität mittels Elektro- oder Gasmotoren werden schon seit Jahrzehnten erprobt, bzw. angewandt. Eine sinnvolle Verschränkung dieser Technologien im Rahmen regional verfügbarer Ressourcen findet jedoch bis heute kaum statt. Bürokratische Strukturen und mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz verhindern dies allzuoft. Uns fehlen dafür nach wie vor starke Bilder und Modelle einer zukünftigen Umwelt und Lebenspraxis.
Mit dem Projekt „Integral E+“ untersuchen wir einen umfassenden Kulturlandschaftswandel und versuchen ihn voranzubringen. Zukünftige Prosumenten (also Produzenten und Konsumenten gleichzeitig) werden sich in einer immer stärker hybridisierten Umwelt bewegen. Wie können funktionale Trennungen überwunden werden? Auf welche Weise wird Energiegewinnung in der Landschaft wirksam? Wie wird sie in unserer Lebenspraxis spürbar?
Den Rahmen dafür bildet unsere Partnerregion um Bad Blumau in der Oststeiermark. Eine Profilierung hin zur entschleunigten „Genussregion“ findet hier seit Beginn der 1990er Jahre statt. Landwirtschaftliche Produkte, Landschaftsbild, insbesondere aber ökologische und soziale Nachhaltigkeit sind für die Region von zentraler wirtschaftlicher Bedeutung.

