• Allgemein
  • Partner
  • Projekt
  • Prozess
  • Publik
  • Impressum
  • UNTERNEHMEN – Johannes Hauptmann

    hauptmann-2

    Bad Blumau, Biogasanlage Hauptmann

     

    Energiewirt und Dienstleister

    Der Landwirtschaftsbetrieb von Johannes Hauptmann lebte bis Ende der 1990er Jahre unter anderem von Rindern und Schweinen. 2001 wurde das letzte Schwein geschlachtet. Eine wirtschaftliche Weiterführung der Viehwirtschaft schien auf dem Hof Mitten im Kurort Bad Blumau unmöglich geworden.

    Die Hauptmanns suchten nach neuen wirtschaftlichen Perspektiven und begannen mit der Planung einer Biogasanlage. Als kurz darauf das erste Ökostromgesetz in Kraft trat boten sich diese Möglichkeiten: erhöhte Einspeisetarife über einen Zeitraum von mindestens 13 Jahren. Johannes Hauptmann investierte mehr als 2.000.000 Euro und nahm die Biogasanlage im Sommer 2005 in Betrieb.

    Zwei Stahlbetonfermenter mit einem Durchmesser von je 23 m und einem Volumen von 2500 m3, sowie das Substratendlager dominieren die Anlage neben dem Fahrsilo und den Betriebsgebäuden mit Büro, Werkstatt, Blockheizkraftwerk mit 500 KWel und ca. 650 KWth und 500 m3 Gaszwischenspeicher unter dem Dach. Mit etwa einer halben Stunde Arbeitsaufwand muss einmal täglich, jeweils zur gleichen Zeit, Maissilage in die Fermenter eingebracht werden. Mittlerweile wird jedoch neben Mais auch mit Zwischenfrüchten wie Hirse, Grünschnitt aus dem gesamten Gemeindegebiet und Wirtschaftsdünger gearbeitet.

    Ein Großteil der Rohstoffe werden auf eigenen Ackerflächen angebaut – von den benötigten 190 ha sind 160 ha eigene Flächen. Die Substratausbringung erfolgt auf ca. 250 ha.

    Da im Blockheizkraftwerk der Biogasanlage neben elektrischer Energie auch

    Wärmeenergie in mindestens der gleichen Höhe entsteht, hat Johannes Hauptmann kontinuierlich ein Wärmenetz ausgebaut, welches aktuell mehr als 1 km lang ist. Neben Wohnhäusern sind vor allem öffentliche Gebäude und Anlagen, wie Feuerwehr und Volksschule, angeschlossen.

    Um die konstant anfallende Wärmeenergie auch im Sommerhalbjahr, insbesondere jedoch im Spätsommer und Herbst, nutzen zu können, betreibt Johannes Hauptmann seit 2011 zusätzlich eine Trocknungsanlage für Feldfrüchte. Während drei bis vier Monaten im Jahr, zwischen Juli und November, wird rund um die Uhr, Mais, Sonnenblumen- oder Kürbiskerne in Lohnarbeit getrocknet.

    Direkt neben der Trocknungsanlage entstand gleichzeitig eine Halle, in der Feldfrüchte saisonal zwischengelagert und gegebenenfalls verpackt werden. Im Winter und Frühjahr dient die Halle als Unterstellplatz für zahlreiche Landmaschinen wie Mähdrescher oder Mais-Harvester. Johannes Hauptmann baut den Maschinenpark kontinuierlich aus, um mit seinen Mitarbeitern immer mehr landwirtschaftliche Dienstleistungen in Lohnarbeit anbieten zu können. Längst ist der Betrieb zu einem Dienstleistungsunternehmen geworden, bei dem von der Aussaat über das Dreschen, Häckseln, Trocknen und Pflügen alles bestellt werden kann.

    Im Werkstattbereich der Biogasanlage war mittlerweile ein Fahrzeug-Reparatur-Unternehmen entstanden. Die Werkstatt-Infrastruktur war ohnehin vorhanden und der Betrieb der Biogasanlage ließ personelle Freiräume, um eine Werkstatt zu betreiben. Längst sind Reparatur-Dienst und Autohandel zu groß geworden für den Betrieb auf einer Biogasanlage und suchen nach einem anderen Standort.

    Kategorien Akteure, Prozess — Dezember 11, 2014 at 1:41 pm